Shopify: gehostete Plattform mit Monatsabo
Shopify ist eine Mietlösung. Sie bezahlen ein monatliches Abo, Shopify kümmert sich um Server, Sicherheit und Aktualisierungen. Mit fertigen Designvorlagen ist ein Shop schnell eingerichtet, und für viele Zusatzfunktionen gibt es Apps im Shopify App Store.
Der Preis für diese Bequemlichkeit ist weniger Kontrolle. Sie arbeiten innerhalb der Möglichkeiten der Plattform, und viele Apps kosten selbst eine monatliche Gebühr, die sich über die Zeit summiert. Je nach Zahlungsanbieter können zusätzliche Transaktionsgebühren anfallen. Rechnen Sie deshalb mit den Gesamtkosten inklusive Apps, nicht nur mit dem Abo.
WooCommerce: flexibel, aber mit Pflegeaufwand
WooCommerce ist eine kostenlose Erweiterung für WordPress. Sie betreiben den Shop auf einem eigenen Server und können dafür einen Anbieter mit Rechenzentrum in der Schweiz wählen. Code, Daten und Gestaltung liegen bei Ihnen, und über zahlreiche Erweiterungen lässt sich fast jede Funktion ergänzen.
Dafür tragen Sie die Verantwortung für den Betrieb. WordPress, WooCommerce und alle Erweiterungen müssen regelmässig aktualisiert werden, und veraltete Erweiterungen sind ein häufiges Einfallstor für Angriffe. Diese Pflege übernehmen Sie selbst oder vergeben sie an einen Dienstleister.
Schweizer Besonderheiten: CHF, MWST und Zahlungsarten
Beide Systeme können in Schweizer Franken verkaufen und mehrere MWST-Sätze abbilden. Seit dem 1. Januar 2024 beträgt der Normalsatz 8.1 %, für bestimmte Waren wie Lebensmittel oder Bücher gilt der reduzierte Satz von 2.6 %. Die Sätze müssen pro Produkt richtig hinterlegt sein, und Preise für Privatkunden werden inklusive MWST angezeigt.
TWINT ist in der Schweiz eine verbreitete Zahlungsart und wird in beiden Systemen über Zahlungsanbieter eingebunden. Ob und zu welchen Gebühren es verfügbar ist, hängt vom Anbieter und der Erweiterung ab. Prüfen Sie das vor dem Entscheid, ebenso Kartenzahlung und Kauf auf Rechnung. Wer Rechnungen selbst stellt, braucht eine Lösung, die QR-Rechnungen erzeugt, etwa über eine Erweiterung oder eine Verbindung zur Buchhaltung.
Versand, Sprachen und Datenschutz
Für den Versand mit der Post hinterlegen Sie Versandarten und Tarife im Shop. Für beide Systeme gibt es Erweiterungen, mit denen sich Versandetiketten erstellen lassen. Prüfen Sie, welche zu Ihrem Versandvolumen und Ihren Abläufen passt.
Wer in der ganzen Schweiz verkauft, braucht oft Deutsch, Französisch und Italienisch. Shopify unterstützt mehrere Sprachen, für die Übersetzung kommen oft Apps hinzu. Bei WooCommerce läuft die Mehrsprachigkeit über Erweiterungen. Planen Sie in beiden Fällen die Übersetzung der Produkttexte als eigene Aufgabe ein.
Für den Datenschutz nach revDSG brauchen Sie eine Datenschutzerklärung, die Zahlungs-, Versand- und Analysedienste nennt. Bei Shopify liegen die Daten auf der Infrastruktur des Anbieters, bei WooCommerce bestimmen Sie den Serverstandort selbst.
Dritte Option: ein individueller Shop
Manche Anforderungen passen in keines der beiden Systeme gut: Produkte mit vielen Varianten und Konfiguratoren, eigene Preise pro Geschäftskunde, Bestellungen mit Freigabe durch den Einkauf oder eine enge Verbindung zu Lager, Aufträgen und Rechnungen im eigenen ERP.
Ein individuell entwickelter Shop bildet diese Abläufe direkt ab, ohne Umwege über viele Erweiterungen. Der Aufwand zu Beginn ist höher, dafür haben Sie volle Kontrolle über Funktionen, Daten und Serverstandort.
So treffen Sie die Entscheidung
Wählen Sie Shopify, wenn Sie schnell starten, sich nicht um Technik kümmern und ein überschaubares Sortiment verkaufen möchten. Wählen Sie WooCommerce, wenn Ihnen Kontrolle, ein Serverstandort in der Schweiz und Anpassbarkeit wichtig sind und die Pflege geregelt ist. Prüfen Sie einen individuellen Shop, wenn Ihre Abläufe stark vom Standard abweichen.
Klären Sie vor dem Entscheid drei Fragen: Welche Zahlungsarten erwarten Ihre Kunden? Welche Systeme muss der Shop anbinden? Wer kümmert sich in drei Jahren um Aktualisierungen? Glavento bespricht diese Punkte in einem Gespräch und erstellt danach eine schriftliche Offerte.
Häufige Fragen
Kann ich mit Shopify und WooCommerce TWINT anbieten?
Grundsätzlich ja, in beiden Systemen über Zahlungsanbieter. Ob TWINT verfügbar ist und zu welchen Bedingungen, hängt vom gewählten Anbieter und der Erweiterung ab. Prüfen Sie das vor dem Entscheid für eine Plattform.
Welche MWST-Sätze gelten für Online-Shops in der Schweiz?
Seit dem 1. Januar 2024 beträgt der Normalsatz 8.1 %, der reduzierte Satz für bestimmte Waren wie Lebensmittel oder Bücher 2.6 %. Mehrwertsteuerpflichtig werden Sie grundsätzlich ab einem Jahresumsatz von CHF 100’000. Welche Sätze für Ihre Produkte gelten, klären Sie am besten mit Ihrer Treuhand.
Ist WooCommerce wirklich kostenlos?
Die Erweiterung selbst ist kostenlos. Kosten entstehen für Server, Domain, Gestaltung, kostenpflichtige Erweiterungen und vor allem für die laufende Pflege. Über mehrere Jahre gerechnet ist der Unterschied zu einem Abo-Modell deshalb oft kleiner, als es auf den ersten Blick scheint.